John Power wurde 1958 in Irland geboren. Der gelernte Elektrotechniker der Royal Air Force ist der Autodidakt der G(ruppe) 11. Bereits in den 80er Jahren wurde ihm bewusst, dass technische Kabelschränke für ihn mehr waren als bloße Funktionskästen. Das künstliche technische Umfeld, die Geräusche der Transformatoren, wie auch die Schaltpläne mit ihren unzählbaren
Verknüpfungen betrachtete er zunehmend mehr unter ästhetischen Aspekten und
verarbeitete dies in künstlerischen Objekten. Den Begriff der Schönheit erweiterte er auf die ihn umgebenden technischen Anlagen. John Power nutzt die Technik, um die fremden und vielfältigen Wege von Schönheit freizulegen. Die Trennung von Technik, Kunst, Philosophie und Poesie löst sich vollständig auf. In seinen Arbeiten spielt er ironisch mit der westlichen Art, Dinge zu definieren und mit Labeln zu versehen. Powers „Maschinen“ haben keine echte technische Funktion. Sie sind rein ästhetische Objekte, auch wenn sie dem Betrachter im Galerieraum als funktionale Apparaturen erscheinen. Letztendlich sind seine Arbeiten poetische und philosophische Vehikel.
John Power arbeitet seit 2002 in Leipzig. Nach mehreren Gruppenausstellungen in Irland und Leipzig folgte 2007 die erste Einzelausstellung in Deutschland in der Galerie archiv massiv auf dem Gelände der Baumwollspinnerei.
Kerstin Werner