So wie das spezifisch Städtische keinen festen Ort braucht, geht es auch in meinen Bildern nicht um konkrete Orte; vielmehr zeigen sie austauschbare, universell-urbane Versatzstücke der modernen Großstadt, in denen der Mensch nur als Schöpfer präsent ist.
Es handelt sich um öffentliche Räume, aus denen die Natur quasi verbannt ist und die auch für die Menschen nur Durchzugsräume sind, aber dennoch das zeitgenössische Stadtbild prägen und auch ausserhalb der Städte das Städtische repräsentieren.
Gezielt suchen wir dieses Städtische, im verdichtet Urbanen finden wir uns zurecht.
Sogar Urlaubsorte bauen wir nach dem Bild der Stadt nach, über die Möglichkeiten der Stadt wollen wir überall verfügen.
Im Zeitalter der Globalisierung konkurrieren die Großstädte und Wirtschaftsregionen weltweit um Aufmerksamkeit, dazwischenliegendes wird kaum wahrgenommen.
Die Stadt gilt als Nonplusultra, ist Sinnbild modernen Lebens.
Eine Stadt ist ein durchlässiges System, in dem alles in Bewegung, alles am Fließen ist – alles also temporär. Wie ein lebender Organismus wird sie von Bewegungssträngen und Transportleitungen für Menschen, Materielles und Energie durchzogen – von Transport- und Versorgungsadern, die sie am Leben halten. Die Funktion dieser in toter Materie, in Stahl oder Beton im Stadtbild präsenten Lebensadern ist nicht immer offensichtlich, viele Rohre, Schienen oder Hochspannungsmasten sind zudem funktionslos gewordene Relikte der industriellen Epoche.
Die von mir gemalten Räume stellen Schnittpunkte verschiedener städtischer Bewegungssysteme dar, Orte, die in ihrer Summe die Stadt erst existieren lassen. Meine Bilder geben dem Betrachter die Möglichkeit, in diese Räume einzutreten, um ihn dann mit der Frage nach deren Tauglichkeit als Lebensraum zu konfrontieren.
Öffentliche Räume, die wie steinerne Hohlkörper und Kulissen wirken, sind Sinnbild der Entfremdung des Menschen von seiner Umwelt und vom Leben.